Was hat es mit dem Feingehalt von Gold auf sich?

Obwohl es oft heißt, ein Ring wäre aus purem Gold, so stimmt das genau genommen nicht ganz. Denn in der Schmuckherstellung werden Goldlegierungen verwendet. Auch das reinste Gold hat eigentlich „nur“ einen Feingehalt von 99,9 %. Doch was genau ist der Feingehalt was bedeutet es, wenn ein Goldring 14 Karat hat?

Gold wird stets als Legierung verarbeitet

Bei der Schmuckherstellung werden stets sogenannte Legierungen verwendet und damit kommt auch der Feingehalt ins Spiel. Eine Legierung ist ganz allgemein gesprochen ein metallischer Werkstoff, der aus zwei oder mehreren Elementen besteht, die eine Verbindung eingehen. Es gibt bestimmte Legierungselemente, welche einem Edelmetall, wie beispielsweise Gold, hinzugefügt werden, um dessen Eigenschaften als Werkstoff auf die gewünschte Weise zu verbessern. Das Zusammenbringen der einzelnen Bestandteile nennt man übrigens „legieren“ – was aus dem Lateinischen kommt und so viel bedeutet wie „verbinden“ oder „vereinigen“. Eine bekannte metallische Legierung ist Bronze. Im Gegensatz zu Silber, Gold oder Platin, ist Bronze aber kein eigenes chemisches Element, sondern setzt sich aus den Metallen Kupfer und Zinn zusammen (CuSn). Auch Messing ist eine Legierung, welche aus den Elementen Kupfer und Zink besteht (CuZn). Neben diesen Metalllegierungen gibt es auch Eisenlegierungen und je nachdem welche Elemente verwendet werden auch andere Arten. Eine Legierung und ihre verschiedenen Komponenten werden in einer sogenannten Legierungsformel angegeben, bei der zuerst das Grundmetall genannt wird, gefolgt von den weiteren Bestandteilen samt des jeweiligen Prozentanteils. Die Messing-Legierung CuZn36 besteht also aus einer Kupfer-Basis, zu der 36 % (Gewichtsanteile) Zink zugefügt wurden.

So wird der Feingehalt in Karat umgerechnet

Gold ist ein Edelmetall und wird in der Schmuckherstellung aber immer als Legierung verwendet. Je nachdem wie hoch der Anteil an Gold in der Legierung ist, spricht man von einem anderen Feingehalt. Dieser wird in der Maßeinheit Karat (kt oder C) angegeben. Beim Feingehalt kommt es auf den Gewichtsanteil des Goldes in der Legierung an. Einkarätiges Gold enthält 1/24 Gewichtsanteil Gold, also rund 4,2 % reines Gold. Das reinste vorliegende Gold, das sogenannte Feingold, enthält 24/24 Gewichtsanteile Gold und ist somit 24-karätig. Da es aber technisch nahezu unmöglich ist, andere feinste Bestandteile im Gold vollständig herauszufiltern, wird die maximale Reinheit mit 99,9 % angegeben. Die Reinheit des verarbeiteten Goldes wird alternativ auch in 1/1000-Teilen angegeben. Gold mit 24 Karat wird daher auch als Gold 999 bezeichnet.

Gold 585 und Gold 750 das sind 58,5 % und 75 % reines Gold oder 14 und 18 Karat

Ein gebräuchlicher Feingehalt ist Gold 585: Es ist eine Goldlegierung, die zu 58,5 % Gewichtsanteilen aus Gold besteht und 14 Karat entspricht. Weitere in Deutschland übliche Feingehalte sind Gold 333 (8 kt), Gold 375 (9 kt), Gold 750 (18 kt), Gold 900 (21,6 kt, auch Münzgold genannt) oder Gold 965 (23,2 kt). Eine beliebte Legierung für Trauringe ist Gold 750. Die 18-karätigen Schmuckstücke bestehen zu 75 % aus reinem Gold und haben daher eine schön gesättigte Farbe. Überzeugen Sie sich selbst von der unverwechselbaren Farbe goldener Trauringe bei einem Besuch in einem unserer Partner-Juweliere.

Trauringe müssen nicht immer aus reinem Gold sein – die Mischung macht es aus

Der Feingehalt von Silber wird übrigens nicht in Karat angegeben. Stattdessen gibt es eine 16-teilige Skala, die sogenannte Lötigkeit. Als weitere Bestandteile einer Goldlegierung werden hauptsächlich Silber oder Kupfer verarbeitet, bei acredo auch das hochwertige Palladium. Die exakten Mischungsverhältnisse sind jedoch Schmiedegeheimnis, denn sie sind für den einzigartigen Charakter und die unverwechselbare Farbgebung der Legierung verantwortlich. So entstehen zum Beispiel Rotgold, Roségold, Gelbgold, Grauold, Weißgold und sogar Grüngold.

Lesen Sie hier welche Legierung zu Ihnen passt.